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Drei Wege zu Azure Virtual Desktop: Hybrid erweitert die Möglichkeiten

Geschrieben von Flavio Meyer | Sep 29, 2026, 8:16:42 AM

Drei Wege zu Azure Virtual Desktop: Hybrid erweitert die Möglichkeiten

Microsoft hat am 1. September 2026 die General Availability (GA) von Azure Virtual Desktop Hybrid angekündigt. Damit wird eine lang erwartete Möglichkeit Realität: Unternehmen können die Vorteile von Azure Virtual Desktop nutzen und ihre Session Hosts weiterhin auf bestehender Infrastruktur im eigenen Rechenzentrum betreiben. Besonders wichtig dabei: Für Azure Virtual Desktop Hybrid wird kein Azure Local benötigt.

 

Zwischen Cloud-Strategie und Realität

Die Vision vieler Unternehmen ist klar: moderne, sichere und flexibel skalierbare Arbeitsplätze aus der Cloud. Die Realität sieht jedoch oft anders aus. Bestehende Investitionen in Rechenzentren, regulatorische Anforderungen, Datenschutzvorgaben oder spezialisierte Anwendungen verhindern häufig eine vollständige Migration in die Public Cloud.

Genau hier setzt Azure Virtual Desktop Hybrid an.

Mit Azure Virtual Desktop Hybrid erweitert Microsoft die Einsatzmöglichkeiten von Azure Virtual Desktop auf lokale und Edge-Infrastrukturen. Die Session Hosts können weiterhin auf bestehender Infrastruktur im eigenen Rechenzentrum betrieben werden, während die Azure Virtual Desktop Dienste für Management, Brokering und Benutzerverbindungen zentral aus Azure bereitgestellt werden. Dadurch profitieren Unternehmen von einer cloudbasierten Management-Ebene, ohne ihre Desktop-Workloads zwingend in Azure ausführen zu müssen.

 

Was ist Azure Virtual Desktop Hybrid?

Vereinfacht gesagt trennt Microsoft die Management-Ebene von der Compute-Ebene.

Während die Azure Virtual Desktop Dienste weiterhin in Azure betrieben werden, können die Session Hosts in der eigenen Umgebung laufen, beispielsweise auf:

  • Microsoft Hyper-V

  • Nutanix AHV

  • VMware vSphere (geplant bzw. im Ausbau durch Partnerlösungen)

Die Anbindung erfolgt über Azure Arc, wodurch lokale virtuelle Maschinen als Azure-Ressourcen verwaltet werden können. Eine spezielle Azure Virtual Desktop Hybrid Extension übernimmt dabei die Konfiguration der Session Hosts. Sämtliche Kommunikation erfolgt über ausgehende HTTPS-Verbindungen, wodurch keine komplexen eingehenden Firewall-Regeln erforderlich sind.

 

Unterstützte Betriebssysteme und Lizenzierung

Azure Virtual Desktop Hybrid unterstützt eine Kombination aus Windows Server- und Windows Client-Betriebssystemen. Wichtig ist dabei, zwischen dem Betriebssystemzugriff der Benutzer und der zusätzlichen Service-Lizenzierung für Azure Virtual Desktop Hybrid zu unterscheiden.

  • Windows Server: Unterstützt werden Windows Server 2016, 2019, 2022 und 2025. Der Benutzerzugriff erfolgt typischerweise über Zugriffslizenzen für Microsoft Remotedesktopdienste, sogenannte RDS-CALs mit Software Assurance oder über nutzerbasierte RDS-Abonnementlizenzen.

  • Windows Client: Windows 10/11 Enterprise wird als virtuelle Maschine im Single-Session-Betrieb unterstützt. Die Lizenzierung richtet sich nach den entsprechenden Microsoft 365-, Windows Enterprise-, VDA-per-User- oder vergleichbaren nutzerbasierten Lizenzmodellen.

  • Nicht unterstützt: Windows 10/11 Enterprise Multi-Session wird bei Azure Virtual Desktop Hybrid nicht unterstützt. Für Multi-Session-Szenarien ausserhalb von Azure ist daher ein unterstütztes Windows Server-Betriebssystem erforderlich.

Zusätzlich zu den Betriebssystem- und Benutzerzugriffsrechten kommt für Azure Virtual Desktop Hybrid eine nutzerbasierte Service-Lizenzierung hinzu. Die Infrastrukturkosten für Rechenleistung, Speicher und Netzwerk verbleiben weiterhin beim Kunden, da die Session Hosts auf der eigenen Infrastruktur betrieben werden.

 

Warum diese Ankündigung so wichtig ist

Viele Unternehmen standen bisher vor einer schwierigen Entscheidung:

  • Vollständige Migration nach Azure

  • Weiterbetrieb von RDS- oder klassischen VDI-Umgebungen

  • Aufbau einer hybriden Parallelwelt mit unterschiedlichen Management-Werkzeugen

Azure Virtual Desktop Hybrid schliesst nun diese Lücke.

Unternehmen können ihre bestehenden Investitionen weiter nutzen und gleichzeitig von modernen Azure-Diensten profitieren. Dies ermöglicht einen schrittweisen Weg in die Cloud, ohne Risiken durch einen Big-Bang-Migrationsansatz einzugehen.

Besonders interessant ist dies für Organisationen mit:

  • hohen Compliance-Anforderungen

  • sensiblen Daten im eigenen Rechenzentrum

  • bestehenden Hardware-Investitionen

  • Latenz- oder Performance-Anforderungen

  • langfristigen Cloud-Migrationsstrategien

 

Starke Partner erweitern das Ökosystem

Ein wichtiger Erfolgsfaktor von Azure Virtual Desktop Hybrid ist das starke Partnernetzwerk. Bereits zum GA-Start unterstützen sowohl LoginVSI Hydra als auch Nerdio die neue Plattform mit erweiterten Management-, Automatisierungs- und Betriebsfunktionen für hybride AVD-Umgebungen.

Als Experts Inside arbeiten wir bereits heute eng mit beiden Herstellern zusammen. Dadurch können wir unsere Kunden nicht nur bei der Einführung von Azure Virtual Desktop Hybrid unterstützen, sondern auch von bewährten Lösungen für Provisionierung, Image-Management, Automatisierung und den laufenden Betrieb profitieren.

So entsteht ein leistungsfähiges Ökosystem, das Unternehmen bei der Modernisierung ihrer VDI- und Digital-Workplace-Plattformen optimal unterstützt.

 

Was bedeutet das für Kunden?

Mit der General Availability von Azure Virtual Desktop Hybrid erweitert Microsoft die Einsatzmöglichkeiten von Azure Virtual Desktop erheblich. Unternehmen haben nun die Wahl zwischen drei Betriebsmodellen, je nach technischen, regulatorischen und strategischen Anforderungen.

1. Azure Virtual Desktop in Azure

Die klassische Variante, bei der die Session Hosts vollständig in Microsoft Azure betrieben werden. Dieses Modell eignet sich besonders für Unternehmen, die auf maximale Skalierbarkeit, globale Verfügbarkeit und einen konsequenten Cloud-Ansatz setzen.

2. Azure Virtual Desktop Hybrid
Neu verfügbar ist der Betrieb von Session Hosts auf bestehender Infrastruktur im eigenen Rechenzentrum oder Edge-Standort. Die Benutzer profitieren weiterhin von den Azure Virtual Desktop Diensten wie Brokering, Management und Konnektivität aus Azure, während die eigentliche Compute-Leistung lokal bereitgestellt wird.

3. Azure Virtual Desktop auf Azure Local
Für Organisationen, die eine vollständig von Microsoft integrierte Hyperconverged-Plattform bevorzugen, kann Azure Virtual Desktop auch auf Azure Local betrieben werden. Dadurch lassen sich Azure-Dienste und lokale Infrastruktur noch enger miteinander verzahnen.

Die klassische Variante, bei der die Session Hosts vollständig in Microsoft Azure betrieben werden. Dieses Modell eignet sich besonders für Unternehmen, die auf maximale Skalierbarkeit, globale Verfügbarkeit und einen konsequenten Cloud-Ansatz setzen.


 

Für Kunden bedeutet dies vor allem eines: mehr Flexibilität und deutlich mehr Wahlfreiheit. Nicht jede Organisation kann oder möchte sämtliche Workloads in die Cloud verlagern. Mit Azure Virtual Desktop Hybrid können bestehende Hypervisor-, Hardware- und Rechenzentrumsinvestitionen weiterhin genutzt werden, während gleichzeitig die moderne Management- und Benutzererfahrung von Azure Virtual Desktop eingeführt wird.

 

Fazit

Mit der General Availability von Azure Virtual Desktop Hybrid bietet Microsoft Unternehmen neu drei verschiedene Wege, Azure Virtual Desktop zu betreiben: auf Session Hosts in Azure, auf bestehender Infrastruktur mit Azure Virtual Desktop Hybrid oder auf Azure Local. Dadurch kannst du das Betriebsmodell wählen, das am besten zu deinen technischen, finanziellen und regulatorischen Anforderungen passt.

Azure Virtual Desktop entwickelt sich damit zu einer flexibel einsetzbaren Plattform für moderne digitale Arbeitsplätze, unabhängig davon, auf welcher Infrastruktur die Session Hosts betrieben werden. Unterstützt durch Partnerlösungen wie LoginVSI Hydra und Nerdio lassen sich sowohl Cloud- als auch Hybrid-Szenarien effizient verwalten und automatisieren.

Möchtest du mehr über Azure Virtual Desktop Hybrid erfahren oder herausfinden, welches Betriebsmodell für deine Umgebung am besten geeignet ist? Dann melde dich bei uns. Wir unterstützen dich gerne bei der Planung, Implementierung und Optimierung deiner Azure Virtual Desktop Umgebung, egal ob in Microsoft Azure, auf Azure Local oder auf deiner bestehenden Virtualisierungsplattform.